Länger arbeiten, länger lernen
Artikel aus dem TÜV SÜD Journal 4/2010
| Die Halbwertszeit von Wissen sinkt, gleichzeitig steigt die Bedeutung von Weiterbildung. Dieser Entwicklung trägt die TÜV SÜD Personalberatung GmbH Rechnung: Sie hat sich der umfassenden und individuellen Weiterentwicklung von Arbeitnehmern verschrieben. Ziel ist die Schaffung einer modernen Personalentwicklung. |
Systementwickler, die verstärkt umweltpolitische Ziele im Blick haben, Manager mit Sport-Diplom oder Mediziner, die Budgets verwalten – die moderne Arbeitswelt fordert jedem Einzelnen enorme Flexibilität ab. Ebenso schnell wie neue Produkte, Dienstleistungen oder Technologien auf den Markt kommen, ändern sich die Anforderungen an Management und Mitarbeiter. Der Arbeitnehmer von morgen muss flexibler arbeiten, trägt mehr Eigenverantwortung. Er wird in unterschiedlichen Teams, immer neuen Projekten und zunehmend für wechselnde Arbeitgeber tätig sein.
Nicht nur die Arbeitsweisen, auch komplette Berufsbilder ändern sich. Derzeit gibt es in Deutschland 349 Ausbildungsberufe. Allein in den vergangenen 14 Jahren wurden davon 229 modernisiert, 82 kamen neu hinzu. Wer künftig auf dem Arbeitsmarkt bestehen und nicht zum alten Eisen zählen will, darf sich nicht auf sein Wissen verlassen, sondern muss ständig neue Qualifikationen erwerben.
»Die Wirtschaft in den Industriestaaten befindet sich im Wandel zur Wissensökonomie. Strategische Wettbewerbsvorteile werden vermehrt durch Wissens- und Kompetenzvorsprung sowie kreative Problemlösungskompetenzen und nicht nur durch die neueste Produktionstechnologie erzielt«, sagt Ulrich Schnabel vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Gründe für diese Entwicklung gibt es viele: die Globalisierung und die Verschiebung der internationalen Arbeitsteilung, der weltweite und besonders dynamische Wettbewerb sowie die Verkürzung der Halbwertszeiten von technologischem Wissen. Technisches Fachwissen hält heute noch maximal fünf Jahre. »Entsprechend der sinkenden Halbwertszeit von Wissen steigen die Anforderungen an Mitarbeiter, Wissen und Kompetenzen regelmäßig zu erneuern«, so Schnabel. Permanente Lernbereitschaft und die Motivation zur kontinuierlichen Reflexion und Weiterentwicklung würden sich damit zur zentralen Kompetenz von Personal entwickeln. Im Zuge des demografischen Wandels werden solche Kompetenzen besonders wichtig. Wenn die Mitarbeiter immer älter werden, bekommt lebenslanges Lernen einen besonderen Stellenwert.
Fachkräfte müssen bis ins Alter Höchstleistungen abliefern. Das Lernen mit 55 werde zum Alltag in vielen Unternehmen, schätzt Ulrich Schnabel. »Denn das Motto lautet: Länger leben, länger arbeiten, länger lernen.« Weil künftig dem nationalen Arbeitsmarkt für hoch qualifizierte Arbeitskräfte die Luft ausgeht, werden Exotenprogramme und Arbeitskräfte aus dem Ausland benötigt.
Wissen verleiht Sicherheit
Das hat Konsequenzen für jeden einzelnen Mitarbeiter: Vor allem in Krisenzeiten, wenn Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten oder Teile ihres Geschäfts umstrukturieren, zahlt sich stete Weiterbildung aus. Denn gut geschulte Mitarbeiter haben bessere Chancen, ihren Arbeitsplatz zu behalten, da sie ein Unternehmen gerade in schwierigen Zeiten bestmöglich unterstützen und voranbringen können. Und im Falle einer Kündigung sind sie es, die schnell einen neuen Arbeitgeber finden.
Vor allem die Erfahrung in puncto Weiterbildung und Vermittlung von Arbeitnehmern macht die TÜV SÜD Personalberatung zu einem wertvollen Partner. »Unser Vorteil: Mit der TÜV SÜD Akademie haben wir einen leistungsstarken Partner im Rücken, der seit über 25 Jahren erfolgreich am Markt besteht«, so Geschäftsführer Werner Kraus. Zudem verfügt das Unternehmen über gute Kontakte in viele Firmen. Eine solche Vernetzung macht sich für Kunden auch dann bezahlt, wenn sie die TÜV SÜD Personalberatung mit der Suche von Fach- und Führungskräften oder Mitarbeitern beauftragt, deren Persönlichkeit und berufliche Qualifikation den spezifischen Anforderungen exakt entsprechen sollen.
Moderne Personalentwicklung
Das kann auch durch die gezielte Weiterqualifikation von motivierten Bewerbern oder Mitarbeitern funktionieren. Stichwort: moderne Personalentwicklung. Dann fungiert das Unternehmen als externe Personalberatung, die Wissen umfassend zur Verfügung stellt und beim Aufbau einer modernen Wissenswirtschaft unterstützt: von Bildungsbedarfsanalysen über Qualifizierungsmatrizen bis hin zu Wis-senstransferbegleitung. »Weiterbildung unter Einbeziehung externer Kooperationspartner schafft für Unternehmen wissensbasierte strategische Wettbewerbsvorteile, weil neues Wissen zufließt. Im internationalen Wettbewerb werden zunehmend die Unternehmen ihre Spitzenposition halten und ausbauen, die Investitionen in die Ressourcen des intellektuellen Kapitals tätigen, weil daraus Differenzierungs- und Innovationsvorteile generiert werden«, betont Ulrich Schnabel. Die TÜV SÜD Personalberatung übernimmt aber nicht nur die Personalentwicklung in Unternehmen, sondern fungiert auch als Transfergesellschaft. Im Falle einer Betriebsverkleinerung oder Insolvenz können gerade Transfergesellschaften sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer erhebliche Vorteile generieren. Denn das vom Unternehmen freigesetzte Personal kann mit einem Aufhebungsvertrag in die Gesellschaft wechseln und erhält einen auf maximal zwölf Monate befristeten Arbeitsvertrag. In diesem Zeitraum werden die Beschäftigten beraten, ge-coacht, weitergebildet und möglichst an andere Betriebe vermittelt. »Generell ist die Arbeitsuche aus einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis heraus aussichtsreicher als aus Arbeitslosigkeit«, erläutert Dr. Axel Deeke vom Insti-tut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) einen Vorteil. Das Transferkurzarbeitergeld und die Weiterbildung finanzieren die Agentur für Arbeit und das ausstellende Unternehmen.
Auch die betroffenen Unternehmen profitieren von der Einrichtung solcher sogenannten betriebsorganisatorisch eigenständigen Einheiten: Die Mitarbeiter gehen direkt in ein Beschäftigungsverhältnis bei der TÜV SÜD Personal-beratung über. »Die Transfergesellschaft ermöglicht es Unternehmen, den Personalabbau relativ rasch, das heißt noch vor Beginn beziehungsweise Auslaufen der ansonsten geltenden Kündigungsfristen durchzuführen. So können gegebenenfalls verbleibende Arbeitsplätze erhalten und unter Umständen sogar eine Insolvenz vermieden werden«, erklärt Dr. Axel Deeke. Zudem sparen sich die Firmen Kündigungsschutzklagen und damit Konfliktkosten.


