Ausgezeichnet für die Belegschaft
Artikel aus dem TÜV SÜD Journal 3/2010
| Die envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM) betreibt seit Jahren vorbildliche Gesundheitsvorsorge und etabliert gemeinsam mit TÜV SÜD Life Service ein integriertes betriebliches Gesundheitsmanagement. Gefördert wird so das wichtigste Kapital des Unternehmens – die Mitarbeiter. |
Jeder soll so gesund nach Hause gehen, wie er zur Arbeit gekommen ist«, lautet das Motto der envia Mitteldeutsche Energie AG, dem führenden regionalen Energiedienstleister in Ostdeutschland mit Sitz in Chemnitz. 2003 hat die Tochter des RWE-Konzerns begonnen, ihr Engagement in Sachen betriebliches Gesundheitsmanagement über die Standards in der Energiebranche bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz hinaus zu erweitern. »In einer Zeit, in der Fachkräftemangel, Wirtschaftskrise und demografischer Wandel den Arbeitsmarkt belasten und die Arbeitnehmer mit einem hohen Arbeitsaufkommen und Stress umgehen müssen, zeigen wir, dass wir uns um die Gesundheit unserer Mitarbeiter kümmern«, sagt Personalvorstand Ralf Hiltenkamp. »Denn wir wissen, dass wir von deren Leistungsfähigkeit leben.«
Für seinen betrieblichen Gesundheitsschutz erhielt das Unternehmen 2009 als erstes Unternehmen Deutschlands das Zertifikat »Gesundheitsschutz nach LS-Standard«. Damit bestätigte TÜV SÜD, dass enviaM in Sachen Gesundheit mehr leistet als nach dem Arbeitsschutzgesetz erforderlich. Voraussetzung für das Zertifikat waren nicht nur die gesetzlich notwendigen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, sondern auch die regelmäßige Durchführung betrieblicher Aktionen zur Gesundheitsprävention wie etwa Grippeschutzimpfungen und Darmkrebsvorsorge. Außerdem engagiert sich das Unternehmen vorbildlich bei der innerbetrieblichen Organisation und regelmäßigen Anwendung des betrieblichen Eingliederungsmanagements. Wie für jedes andere Unternehmen gilt es auch für enviaM, Krankheits- und Ausfallkosten im Betrieb zu senken – denn jeder Ausfalltag kostet ein Unternehmen im Schnitt 400 Euro.
Innovatives Projekt für die Gesundheit
In enger und regelmäßiger Zusammenarbeit mit Dr. Karen Franz, der zuständigen Betriebsärztin von TÜV SÜD Life Service, entwickelte der Energieversorger ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das ständig erweitert wird. Mit der Konzernbetriebsvereinbarung »Betriebliches Gesundheitsmanagement«, die 2009 in Kraft trat, setzte sich das Unternehmen zum Ziel, gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen, Prozesse und Strukturen zu etablieren und die Eigeninitiative der Mitarbeiter zu stärken. Konkrete Maßnahmen wie »Check 15«, ein Screening auf Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Tai-Chi-Chuan-Kurse, Wirbelsäulengymnastik, Blutspendeaktionen und Gesundheitswochen wurden dafür eingeführt.
Mit dem Projekt »Prävention und Intervention psychischer Fehlbeanspruchungen im Rahmen des erweiterten Gesundheitsschutzes (PREVA)« erhob enviaM mittels Mitarbeiterbefragungen Ressourcen und Belastungen, die in der Arbeit entstehen. In Workshops wurden die Mitarbeiter über die Ergebnisse informiert und gemeinsam mit ihnen risiko- und ressourcenspezifische Interventionsmaßnahmen abgeleitet. »Dadurch sollen die Mitarbeiter stärker zu eigenverantwortlichem Handeln motiviert werden«, so Elke Schorling, Leiterin Betriebssicherheitsmanagement, die das Projekt initiiert hat. Als kontinuierliche Maßnahme aus dem Projekt wurde das Basisseminar »Gesunde Arbeit geht alle an« im Bildungsangebot der enviaM verankert. Das PREVA-Projekt verwirklichte das Unternehmen gemeinsam mit der TU Dresden und der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM).
Vorausschauend investieren
»Wichtig bei der Etablierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements ist der integrative Ansatz, also eine weitsichtige unternehmerische Strategie, wie Arbeits- und Gesundheitsschutz auf Handlungsfelder ausgeweitet werden können, die bisher außer Acht gelassen wurden«, sagt Betriebsärztin Dr. Franz. Auch Hiltenkamp bestätigt dieses Vorgehen: »Unser Ziel ist auch weiterhin, Arbeits-, Gesundheits-, Brand- und Umweltschutz als integralen Bestandteil in alle Betriebsabläufe und in die technischen, ökonomischen und sozialen Überlegungen einzubeziehen.« So wurde bei enviaM das betriebliche Gesundheitsmanagement beim Personalwesen angesiedelt und eigens dafür eine Stelle – die des strategischen Gesundheitsmanagements – geschaffen. »Wir haben erkannt, dass wir das Thema proaktiv und vorausschauend angehen müssen«, so Hiltenkamp.
Bei den Mitarbeitern kommen die Maßnahmen gut an: Eine aktuelle Mitarbeiterbefragung zeigt eine hohe Zufriedenheit mit dem Angebot des Konzerns, sowohl hinsichtlich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes als auch bezüglich der Integration des Themas Gesundheit in die Leitlinien des Unternehmens. »Wir sind auf dem richtigen Weg«, so Hiltenkamp. »Angesichts der demografischen Entwicklung müssen wir unsere Schlagzahl jedoch noch weiter erhöhen. Dies ist ein Bereich, bei dem wir uns nicht mit dem Status quo zufriedengeben dürfen.«

