Die richtigen Schuhe
Wie Läufer die richtigen Schuhe finden
Das Angebot an Laufschuhen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Markenhersteller und No-name-Produzenten bieten Schuhe in allen Preisklassen und für die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten an. Das Spektrum reicht vom gemütlichen Stadtbummel über den gelegentlichen Dauerlauf am Abend bis zum wettkampforientierten Training. Deshalb ist es wichtig, dass sich Hobbysportler und Semi-Profis schon vor dem Kauf einige Gedanken über den Schuh und seinen Einsatzzweck machen.
Gute Beratung ist für die meisten Läufer ein Muss
Die wichtigsten Fragen: |
Trainingssocken und alten Laufschuh ins Geschäft mitnehmen
Auch der Kauf im Fachgeschäft sollte gut vorbereitet sein. Das beginnt schon bei der Tageszeit. Der Sportler sollte die Schuhe am besten zu einer Zeit anprobieren und testen, die seiner üblichen Trainingszeit am nächsten kommt. Die Füße verändern sich im Lauf des Tages – ein Schuh der morgens passt, kann abends drücken. Außerdem sollte der Läufer die Schuhe unbedingt mit seinen Trainingssocken anprobieren, um die richtige Schuhgröße und Risthöhe sowie das Zusammenspiel von Socken und Schuhen austesten zu können. Ein weiterer Tipp aus der Praxis: Wer einen alten Laufschuh ins Geschäft mitnimmt, liefert dem Berater schon erste Hinweise für das Abrollverhalten. An der Verformung des Obermaterials und der Art des Sohlenabriebs lässt sich beispielsweise erkennen, ob eine orthopädische Fehlstellung vorliegt. Mit den richtigen Schuhen können Fehlstellungen beziehungsweise fehlerhafte Bewegungsabläufe wie (Über-) Pronieren (Wegknicken nach Innen) oder Supinieren (Wegknicken nach außen) weitgehend ausgeglichen werden.
Probelaufen ist Pflicht
Vor dem Kauf sollte der Läufer sein zukünftiges „Trainingsgerät“ auf jeden Fall gleich ausprobieren – entweder auf dem Laufband oder mit einigen Runden im Laden, so die Experten von TÜV SÜD. Dabei lässt sich am besten feststellen, ob Füße und Schuhe tatsächlich zusammenpassen. Der Sportler sollte besonderes Augenmerk auf die Dämpfung, die Festigkeit des Fersenbereichs und die Verschnürung legen. Die Dämpfung muss auf den Untergrund ausgerichtet sein – härter für den Einsatz im Gelände und weicher für große Strecken auf Asphalt. Zwar sind spezielle Dämpfungssysteme beispielsweise mit Luft- oder Gelpolstern in der Regel sehr langlebig, aber durch eine Beschädigung der Polster gehen die Dämpfungseigenschaften im Gegensatz zu Systemen auf Basis von hochwertigen EVA-Schaumstoffen sofort verloren.
Von entscheidender Bedeutung für sicheres Laufen ist der feste Sitz der Ferse: Sie verankert den Fuß im Schuh und muss genügend Halt bieten. Diese Wirkung wird durch die Verschnürung unterstützt. Diese stellt sicher, dass der Fuß auch bei Belastung im Schuh fixiert bleibt. Dabei sollte sich der Druck gleichmäßig über alle Ösen verteilen, weil sonst schmerzhafte Druckstellen entstehen können.
Keine Eile bei der Auswahl!
Für die Wahl des passenden Schuhs sollte sich ein Läufer genug Zeit lassen. Dabei ist es sinnvoll, Modelle von verschiedenen Herstellern zu testen, weil diese mit unterschiedlichen Leisten – den „Fußmodellen“ für die Anfertigung der Schuhe – arbeiten. Wer das Laufen um des Laufens willen betreibt, sollte sich auch nicht von der Optik der Schuhe blenden lassen. Wichtigstes Kriterium: Der Trainingsschuh muss zum Fuß passen. Modische Sportschuhe im Retro-Look sollten dem Biergartenbesuch und ähnlichen Vergnügungen vorbehalten bleiben.

