Wirkungen von Drogen
Alle bekannten Drogen hier aufzuführen, würde deutlich den Rahmen sprengen. Hier ein Überblick über die typischen Drogenwirkungen der häufigsten Drogen.
Haschisch
Opiate (Heroin, Morphin, Codein, Methadon...)
Kokain und Crack
Amphetamine und Designerdrogen (Speed, Extasy, Liquid-Extasy...)
Halluzinogene (LSD, Pilze, PCP...)
Haschisch
Typische Haschischwirkungen:
- gehobener Stimmung mit einem Gefühl des Wohlbefindens;
- Antriebsminderung;
- Gleichgültigkeit;
- Denkstörungen in Form von bruchstückhaftem Denken und Herabsetzung der gedanklichen Speicherungsfähigkeit;
- Störungen der Konzentration und der Aufmerksamkeit;
- erhöhter Ablenkbarkeit;
- Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf unbedeutende Nebenereignisse und Nebenreize;
Wahrnehmungsstörungen; - Sinnestäuschungen;
- Störungen des Gedächtnisses und der Erinnerung;
- Störungen des Körpergefühls;
- Störungen der Kritikfähigkeit mit erhöhter Risikobereitschaft.
Wirkungen des Haschischrausches, die für die Fahrtauglichkeit besonders relevant sind:
- Weitstellung der Pupillen mit dadurch bedingter erhöhter Blendungsempfindlichkeit;
- Schläfrigkeit, Müdigkeit;
- Übelkeit, Brechreiz;
- Missempfindungen;
- Zittern und Gangunsicherheit;
- Störungen der Koordination und der Bewegungsabläufe;
- erhöhte vegetative Erregbarkeit wie Zittern, erhöhte Pulsfrequenz und Blutdruckveränderungen;
- Störungen in der zeitlichen und räumlichen Wahrnehmung, die zu schwerwiegenden Fehleinschätzungen von Entfernungen führen;
- Stimmungsschwankungen.
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Opiate (Heroin, Morphin, Codein, Methadon...)
Bei Opiaten bzw. Opioiden handelt es sich neben Heroin meist um Schmerzmittel wie Valoron, Fortral, L-Polamidon und Dolantin. Nur beim Codein steht die hustenstillende Wirkung im Vordergrund. Eines der bekanntesten Opiate ist das Methadon. Hierbei handelt es sich um einen morphinähnlichen Stoff, der in flüssiger oder Tablettenform eingenommen werden kann. Es beseitigt u.a. die Heroinentzugserscheinungen für die Dauer von etwa 16 Stunden und macht bei längerem Gebrauch abhängig. Entzugserscheinungen treten später auf und dauern länger als beim Heroin. Das Mittel wird als Ersatzdroge für Heroin im Rahmen sogenannter Methadonprogramme gegeben. Die Sucht bleibt dabei erhalten, aber eine gewisse soziale Anpassung gelingt einzelnen Süchtigen im Rahmen solcher Programme offenbar leichter.
Methadonkonsum kann zu Veränderungen im Entscheidungsverhalten und zu Wahrnehmungsstörungen führen. Außerdem kann es die Reaktionsgeschwindigkeit beeinträchtigen.
Opiate sollten medizinische Anwendung nur bei stärksten Schmerzzuständen finden, die anders nicht zu beherrschen sind. Dabei wird die Empfindung des Schmerzes nicht vollständig aufgehoben, aber seine quälende Qualität wird gemildert. Die Ursache des Schmerzes wird natürlich nicht beseitigt. Daneben beeinträchtigen Opiate die geistige Leistungsfähigkeit. Weitere wichtige Wirkungen sind die Erzeugung von Hochgefühl und die Beseitigung von Angst, Anspannung und Unlust.
Wie bei den meisten Schmerzmitteln besteht auch bei den Opiaten ein Zusammenhang zwischen starker schmerzstillender und stark suchterzeugender Wirkung. So ist die suchterzeugende Wirkung des Morphins eine seiner Hauptnebenwirkungen. Seelische und körperliche Abhängigkeit tritt innerhalb von Tagen auf. Sehr schnell gewöhnt man sich an die Hauptwirkungen. Der Körper akzeptiert wesentlich mehr Substanz (Toleranz); damit geht eine erhebliche Neigung zur Dosissteigerung einher.
Codein und Dehydrocodein sind Opiatpharmaka, die in Hustenmitteln enthalten sind. Die schmerzlindernde Wirkung und das Suchtpotential sind bei therapeutischer Anwendung eher gering. Codein und Dehydrocodein werden jedoch von Drogensüchtigen häufig missbraucht.
Opiatwirkungen, die für die Fahrtüchtigkeit besonders relevant sind:
- Beeinträchtigung der Koordination und Augenbewegungsfähigkeit, was zu einem erhöhten Unfallrisiko führt;
- Verlangsamung der Informationsverarbeitung und Handlungsprozesse;
- Herabsetzung von Aufmerksamkeit, Konzentration, Wachheit und Bewusstsein.
Entzugssymptomatik im abklingenden Rausch:
- Beeinträchtigung der Konzentration und Aufmerksamkeit durch Übelkeit, Schweißausbrüche und Zittern;
- Verminderung der Selbstkontrolle und der Fähigkeit zur Selbstbeherrschung durch Angstzustände und innere Unruhe;
- Beeinträchtigung der Fahreignung nach Langzeitkonsum;
- psychotische Zustandsbilder (Wahnvorstellungen, Angstzustände);
- Persönlichkeitsstörungen;
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Kokain und Crack
Reines Kokain wird meist durch die Nase geschnupft („gesnifft“).
Die Mischung von Kokain und kohlensaurem Natron bezeichnet man als Crack. Crack wirkt extrem schnell, der Rausch setzt innerhalb von Sekunden ein und führt zu einem überwältigenden »High«-Gefühl. Die stark ausgeprägte Euphorisierung birgt ein besonders hohes Suchtpotenzial, das weitaus höher liegt als bei reinem Kokain.
Typische Kokainwirkungen:
- Herzklopfen, Blutdruckanstieg;
- geringfügige Erhöhung der körperlichen Leistungsfähigkeit;
- Gefahr von Krampfanfällen;
- gehobene Stimmung;
- gesteigerter Antrieb;
- verbesserte Kontaktfähigkeit;
- positive Gestimmtheit;
- Zufriedenheit und Glücksgefühl;
- fehlende Müdigkeit;
- Appetitlosigkeit.
Der ausklingende Kokainrausch zeigt sich durch
- Niedergeschlagenheit,
- Erschöpfung,
- Verstimmung,
- Angst und nicht selten auch durch wahnhafte Verfolgungserlebnisse.
Kokainwirkungen, die für die Fahrtüchtigkeit besonders relevant sind:
Der Kokainrausch ist wegen des starken Aktivitätsdranges bei allgemeiner Enthemmung mit gleichzeitig herabgesetzter Selbstkritik ein sehr gefährlicher Rauschzustand für Kraftfahrer:
- extremes Risikoverhalten
- Selbstüberschätzung, Unterschätzung von Gefahren im Verkehr
- aggressive Fahr- und Verhaltensweise;
- grundlose Aggressionshandlungen
- mangelnde Konzentration, Fahrigkeit, erhöhte Ablenkbarkeit
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Amphetamine und Designerdrogen (Speed, Extasy, ...)
Man bezeichnet jene Stoffe als Designerdrogen, deren chemische Struktur mit den jeweils erwünschten Wirkungseigenschaften gewissermaßen am Reißbrett entworfen (designed) wurde.
Am populärsten ist in den letzten Jahren der Stoff geworden, der u.a. unter der Bezeichnung Ecstasy gehandelt wird. Der chemische Name lautet Methylen-Dioxy-Methyl-Amphetamin (MDMA). Neben der Designerdroge Ecstasy sind auch die verwandten Stoffe MDE (Methylen-Dioxy-Ethylamphetamin, Eve) und MDA (Methylen-Dioxy-Amphetamin) im illegalen Handel erhältlich; oft wird zwischen diesen drei Stoffen auch gar nicht unterschieden, zumal Wirkung und Preise weitgehend identisch sind.
Typische Wirkungen:
- vermehrter Redefluss;
- Betriebsamkeit;
- Unruhe, die sich in starkem Bewegungsdrang äußern kann;
- intensivere Sinneswahrnehmungen;
- Zurücktreten der Wahrnehmung des eigenen Körpers;
- Steigerung der Kontaktfähigkeit;
- Antriebssteigerung bis zur Enthemmung;
- Beschleunigung des Herzschlags, Blutdruckanstieg;
- leichtes Zittern;
- vertieftes Atmen;
- Schwinden des Hunger- und Durstgefühls;
Wirkungen, die für die Fahrtüchtigkeit relevant sind:
- erhöhter Risikobereitschaft;
- Fehleinschätzung des eigenen Fahrvermögens,Selbstüberschätzung, Unterschätzung von Gefahren im Verkehr
- Veränderung des Zeiterlebens;
- Schwindel;
- Erschöpfungszustände mit nicht zu unterdrückendem Schlafbedürfnis.
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Halluzinogene
Wie der Name bereits sagt versteht man unter Halluzinogenen Substanzen, die eine erheblich wahrnehmungsverändernde Wirkung bis hin zu Halluzinationen haben. Man unterscheidet hier zwischen natürlichen (Fliegenpilz, Mescalin, Engelsttrompeten..) und künstlichen (LSD, PCP..) Halluzinogenen. Unter der Wirkung solcher Drogen Auto zu fahren ist extrem lebensgefährlich.
Wirkungen, die für die Fahrtüchtigkeit relevant sind:
- Überaktivität
- Tiefgreifende Veränderungen aller Wahrnehmungen (Hören, Sehen, Riechen, Fühlen)
- Sinnestäuschungen, Trugbilder
- nur noch bruchstückhafte Realitätswahrnehmung bis hin zu zeitweiligem Realitätsverlust
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