Mensch & Technik – Ausgabe 4/2009

Mensch & Technik – Ausgabe 4/2009

Der Jahreswechsel steht vor der Tür und mit ihm die guten Vorsätze, im neuen Jahr alles anders zu machen: Die Klassiker sind mehr Sport zu treiben, mit dem Rauchen aufzuhören und sich persönlich weiterzubilden. Im TÜV SÜD-Newsletter erklären wir deshalb, was Sie in puncto Sport, Rauchen und Weiterbildung beachten sollten, wo Hilfe in Anspruch genommen werden kann und wie die guten Absichten auch langfristig in die Tat umgesetzt werden können. Damit wünschen wir Ihnen schon einmal ein glückliches, erfolgreiches und gesundes Jahr 2010.


Die Themen

  • Nie wieder Rauchen – Richtig aufhören
  • Sport – Was ist beim Laufen zu beachten
  • Weiterbildung – Gezielt der Karriere auf die Sprünge helfen

Nie wieder Rauchen – Richtig aufhören

Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie das Rauchen. Welcher Raucher hat noch nicht versucht aufzuhören? Wie es leichter gelingt und die guten Vorsätze erfolgreich umgesetzt werden, dafür geben die Experten von TÜV SÜD wichtige Tipps. Einen geeigneten Zeitpunkt zum Aufhören gibt es nicht. Jedoch sind die Erfolgsaussichten größer, wenn man sich vornimmt, an einem bestimmten Datum aufzuhören und zwar ganz nach der sogenannten Punkt-Schluss-Methode. Dabei sollten am Anfang alle Raucherutensilien vernichtet werden, da sie ständig Gelüste wecken. Hier reicht es nicht, Feuerzeuge, Aschenbecher und Zigaretten einfach in einen Schrank zu verbannen, wegwerfen ist die beste Lösung. Die Reizschwelle ist deutlich höher, wenn diese Dinge erst wieder gekauft werden müssen. Wichtig ist auch, sich selbst zu motivieren, indem jeder Tag ohne Zigarette bewusst gelebt wird. Man kann alte Programme, Gewohnheiten, nur ändern, indem man sie durch neue ersetzt, quasi „überschreibt“.

Um Rückfälle zu verhindern, sollten also am Anfang Verführungssituationen wie Partys vermieden werden. Auch alte Rituale, beispielsweise die Zigarette nach dem Essen oder vor dem Schlafen gehen, sollten durch neue ersetzt werden, damit man nicht in ein altes Raster zurückfällt. „Wenn doch einmal die Versuchung größer war, ist dies noch lange kein Grund, wieder die alte Gewohnheit aufleben zu lassen – nach dem Motto „jetzt ist es sowieso egal“ - und an sich zu zweifeln. Vielmehr sollte man die Situation, die zum einmaligen Rauchen geführt hat, analysieren und sie zukünftig vermeiden“, erklärt Dominik Hammer, Dipl.- Psychologe und Suchtberater bei der TÜV SÜD Life Service GmbH.

Der Körper reagiert am Anfang auf den Entzug. Neben Kopfschmerzen kann es zu Konzentrations- und Schlafstörungen sowie zu Zittern und vermehrtem Schwitzen kommen. In den meisten Fällen ist dies jedoch nicht so schlimm, wie befürchtet. Es existiert zudem eine Reihe von Ersatzstoffen, wie Nikotinpflaster oder Kaugummi, die dem entgegenwirken können. Viele Menschen werden auch unruhig und sind leichter reizbar, da die beruhigende und entspannende Wirkung von Nikotin fehlt. Als Ausgleich ist Sport geeignet. Dadurch werden Stresshormone abgebaut, man tut etwas für die Gesundheit und beugt gleichzeitig einer Gewichtszunahme vor. Denn oft wird das Rauchen durch gelegentliche Snacks ersetzt.

Der Körper reagiert sehr schnell positiv auf den Nikotinentzug. Bereits nach einem Tag sinkt das Herzinfarktrisiko. Nach zwei Tagen wird das Geruchs- und Geschmacksempfinden sensibler. Innerhalb von drei rauchfreien Monaten steigert sich die Lungenkapazität um bis zu 30 Prozent. Zudem sinkt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, deutlich.

Auch Unternehmen können davon profitieren, wenn sie ihre Angestellten dazu motivieren, mit dem Rauchen aufzuhören. Denn Raucher sind im Durchschnitt 30 Prozent häufiger krank als Nichtraucher. Zudem können Konfliktsituationen unter den Kollegen entschärft werden, da die Arbeit während der Zigarettenpause meist von Nichtrauchern übernommen werden muss, die dafür oft kein Verständnis haben. Der TÜV SÜD bietet für Unternehmen das Raucher-Entwöhnungsprogramm „Geschafft! Endlich rauchfrei!“ an. Hierbei werden individuelle Ausprägungsgrade der Abhängigkeit bei jedem Teilnehmer geklärt, bewusste und unbewusste Rauchmotive aufgedeckt und entsprechende Motivationsfaktoren für den Verzicht auf die Zigarette entwickelt. Darüber hinaus schafft das Programm Anreize, sich aus festen Reiz-Reaktionsmustern zu befreien, damit der Verzicht auf die Zigarette leichter fällt. Professionelle Begleitung des Abschieds vom Tabak ist noch wirksamer als die Punkt-Schluss-Methode und erhöht bekanntlich die Chance darauf, langfristig rauchfrei zu bleiben. Und das ist ja der Wunsch der meisten Raucher.


Sport – Was beim Laufen zu beachten ist

Laufen zählt zu den unkomplizierten Sportarten. Es ist immer und überall möglich, unabhängig von der Witterung. Wer regelmäßig läuft, kann seine Ausdauer sowie seine Fitness enorm verbessern. Außerdem ist es das optimale Training für Bauch, Beine und Po. „Joggen beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und hilft dabei, das Gewicht zu kontrollieren. Der Sport kann in jedem Alter betrieben werden“, sagt Dr. Beatrice Sichart, Betriebsärztin bei TÜV SÜD. Für Berufstätige ist ein regelmäßiges Lauftraining ideal, um die hohen Belastungen des Arbeitsalltags auszugleichen. Stress, psychische Anspannungen, langes Sitzen vor dem Bildschirm – all das führt zu Verspannungen, die durch das Laufen gelöst werden. Wer beruflich stark eingespannt ist, sollte sich die Joggingzeiten am besten fest in den Kalender eintragen. Und dann gibt es keine Ausrede mehr!

Es spricht alles dafür, sofort loszulaufen! Aber: Für alle die älter als 35 Jahre sind und die bislang noch keinen Sport betreiben oder sehr selten zu den Turnschuhen greifen, empfiehlt sich erst einmal ein ärztlicher Gesundheitscheck. Dieser steht natürlich auch an, wenn man mit Beschwerden zu kämpfen hat, die dem Laufen im Wege stehen könnten. Ein weiterer Punkt ist das richtige Schuhwerk. Am besten im Fachgeschäft beraten lassen und die Informationen aus Lauftreffs, Verbraucher- und Laufmagazinen einholen. Gut ist immer eine Laufanalyse im Geschäft, damit die Schuhe passend zum Fuß und zur Laufart ausgewählt werden. Neben den Laufschuhen ist Funktionskleidung wichtig. Sie sollte an die jeweilige Witterung angepasst werden. „Als Faustregel gilt: Wer beim Loslaufen leicht fröstelt, ist richtig gekleidet“, merkt Markus Burger an, Lauftrainer beim Gesundheitsdienst von TÜV SÜD.

Damit Joggen für die Gesundheit wirklich förderlich ist, sollte man nur so schnell laufen, dass man sich dabei unterhalten kann. Weiter gilt: Durch den Mund atmen, so wie es der Körper im Rhythmus des Laufens vorgibt. Locker bleiben, ohne im Schulterbereich zu verkrampfen. Die Arme pendeln dabei leicht angewinkelt neben dem Körper. „Ehe beim Tempo zulegt wird, sollte man lieber öfter oder länger laufen“, rät Burger. Prinzipiell gehe es nicht darum, möglichst weit oder schnell zu rennen, „sondern so schnell und weit, wie wir uns wohl fühlen und unserem Körper damit etwas Gutes tun“. Zum Abschluss der Trainingseinheit dürfen Dehnübungen nicht fehlen.

Um nicht bald wieder die Motivation zu verlieren, sind realistische Ziele wichtig. Drei Einheiten pro Woche mit maximal 30 Minuten sind für Einsteiger ein gutes Maß. Wer sich mit Gleichgesinnten zum Sport verabredet oder sich einer Gruppe anschließt, macht es dem „inneren Schweinehund“ von vornherein schwerer. Flüssigkeitszufuhr ist nicht nur nach dem Sport wichtig, sondern schon während des ganzen Tages. Um die körperliche und geistige Fitness zu erhalten, sollten zwei bis drei Liter täglich getrunken werden – dabei darf es ein Mix aus elektrolytreichem Wasser, Fruchtsaftschorlen, Gemüsesäften und Früchtetees sein. Bei längeren Laufdistanzen oder Hitze geht es nicht ohne Flüssigkeit zwischendurch.


Weiterbildung – Gezielt der Karriere auf die Sprünge helfen

Eine gezielte Fortbildung macht nicht nur einen guten Eindruck beim Arbeitgeber, sondern ist auch förderlich für die eigene Weiterentwicklung im Beruf. Jedoch sollte genau überlegt werden, welches Seminar wann besucht wird und wie daraus der größte Nutzen gezogen werden kann. Daher steht am Anfang einer jeden Überlegung eine Selbstanalyse: An welchem Punkt meiner Karriere befinde ich mich. Über welche Qualifikationen verfüge ich bereits. Wie ist das Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen? Aus dieser Analyse heraus werden Ziele festgelegt und eingegrenzt. Nur mit einem realistischen Bild über die Möglichkeiten von beruflichen Aufstiegs- und Entwicklungschancen kann eine geeignete Weiterbildungsmaßnahme gefunden werden. Zudem sollte überlegt werden, welche Position man in der Abteilung oder im Unternehmen erreichen will und zu welchen Konsequenzen dies führt.

Für die konkrete Umsetzung raten die Weiterbildungs-Experten von TÜV SÜD, einzelne Schritte festzulegen. Die Frage lautet dabei, welche Qualifikationen unmittelbar verbessert werden sollten und welche später. Wichtig ist auch, dass die Finanzierung und der Zeitplan stehen. Viele Arbeitgeber übernehmen einen Teil der Kosten. Daher sollte unbedingt nachgefragt werden, ob der Arbeitgeber die Weiterbildung unterstützt.
Um das förderlichste Seminar zu finden, sind eine gründliche Recherche und ein Vergleich der Anbieter notwendig. Suchmöglichkeiten wie das Internet, Kataloge oder auch persönliche Empfehlungen von Freunden, Kollegen oder Vorgesetzten können weiterhelfen. Wenn ein geeignetes Seminar gefunden ist, sollten im Vorfeld Fragen überlegt werden, die man unbedingt beantwortet haben möchte. Wer sich frühzeitig damit auseinandersetzt, profitiert umso mehr von der Teilnahme an der Fortbildung. Während des Seminars und auch danach ist es wichtig, das Erlernte festzuhalten und sich Notizen zu machen. Auf diese Weise fällt es leichter, das Erreichte in den Arbeitsalltag einzufügen. Erinnerungsstützen helfen dabei – zum Beispiel Leitsätze formulieren und an prominenten Stellen notieren.

 

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