Finanzierungsrisiken mit Equator Principles senken
TÜV SÜD Industrie Services hat für die HypoVereinsbank beim Bau von 189 Kfz-Prüfstellen in der Türkei das Kreditausfallrisiko gemäß Äquatorprinzipien minimiert
(Juni 2007)
Die Internationalisierung verlangt von Kreditgebern, häufiger Finanzierungsrisiken bei Projekten einzuschätzen, die im Ausland umgesetzt werden. Dabei gilt es, die spezifischen vor Ort herrschenden Umwelt- und Sozialstandards mit dem Investitionsprojekt in Einklang zu bringen. Mit den Equator Principles (EP – Äquatorprinzipien) wurden 2003 erstmals einheitliche international akzeptierte Umwelt- und Sozialstandards bei Projektfinanzierungen und Beratertätigkeiten von Banken eingeführt. Derzeit haben 67 Banken weltweit das freiwillige Regelwerk unterschrieben – darunter die WestLB und KfW IPEX-Bank.
„Bei größeren Investitionsvorhaben werden Projekte verstärkt gemäß den Richtlinien der Equator Principles finanziert", sagt Dr. Peter Schenk, Leiter Umwelt Service bei TÜV SÜD Industrie Service. „Damit kann sichergestellt werden, dass sich Projekte sozialverträglich und umweltgerecht entwickeln." Im Mittelpunkt der EP stehen zehn Prinzipien und die Überprüfung der Risikoeinstufung eines Projekts. Berücksichtigt werden u. a. die Menschenrechte, die Arbeitssicherheit und Sozial- und Umweltstandards. Mit Hilfe eines Management Systems lassen sich die Auswirkungen, Risiken und Korrektivmaßnahmen des Projekts so steuern, dass die maßgebenden Gesetze des Gastlands erfüllt werden.
Individuelle Prüfkriterien entwickelt
Für die HypoVereinsbank hat TÜV SÜD beim Bau von 189 Kfz-Prüfstellen in der Türkei die Finanzierungsrisiken gesenkt. Gemäß EP haben die TÜV SÜD-Experten einen projektspezifischen Kriterienkatalog mit 140 Prüfpunkten erstellt, der Grundlage für die Durchführung der Vor-Ort-Audits bei 8 Prüfstellen war.
Wesentliche Anforderung war u. a. die Einhaltung der Performance- und Sicherheitsstandards der International Finance Corporation (IFC). Auch zusätzliche Umweltstandards wurden berücksichtigt, die die EP bisher noch nicht in vollem Umfang abdecken, jedoch eine zusätzliche Risikoreduktion bieten. Neben technischen und betriebswirtschaftlichen wurden juristische Kriterien aus den umfangreichen Erfahrungen mit der Environmental Due Diligence von TÜV SÜD einbezogen.
Vor Baubeginn der Prüfstellen wurde sichergestellt, dass die ausgewählten Grundstücke bestehende Natur- oder Wasserschutzgebiete nicht beeinträchtigen und Konformität mit türkischen Gesetzen besteht. Besonderes Augenmerk legten die Experten auf Lärmschutzbestimmungen in der Bau- und Betriebsphase und die Planung und Umsetzung von Entsorgungslösungen für umweltgefährdende Stoffe. Zudem wurden an die Ausstattung der Prüfstellen besondere Anforderungen hinsichtlich der Energieeffizienz gestellt.
Das Ergebnis: Risiken für die Umwelt, die aus dem Bauvorhaben in der Türkei und dem geplanten Technik-Einsatz entstehen können, sind umfassend eingeschätzt worden. Das hat das Kreditausfallrisiko in allen Phasen des Projekts minimiert. Sämtliche Maßnahmen wurden in den Vor-Ort-Audits dokumentiert. Dr. Peter Schenk: „Die neutrale Begutachtung von Projekten durch unabhängige Partner wie TÜV SÜD trägt darüber hinaus dazu bei, die Equator Principles als freiwilligen Regelungsmechanismus der Kreditwirtschaft weiter zu stärken."
Vorteile auf einen Blick: |
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