Fallbeispiel Uniklinik Magdeburg
Baulicher Strahlenschutz für die Uniklinik Magdeburg
TÜV SÜD hat für die Uniklinik Magdeburg bauliche Strahlenschutzmaßnahmen für deren neuen Bereich PET- und Computer-Tomografie ermittelt und begutachtet
Mai 2011
Die wachsende Zahl medizinischer Versorgungszentren und der gestiegene Flächenbedarf von Krankenhäusern führen zur verstärkten Nutzung von Bestandsgebäuden. Bei Neubauten kann die Abschirmung von Untersuchungsbereichen, in denen Röntgengeräte betrieben werden oder in denen mit radioaktiven Stoffen umgegangen wird, gezielt anhand des späteren Nutzungskonzepts geplant werden. Im Gegensatz dazu stellen Bestandsgebäude besondere Anforderungen an die Projektierung und Umsetzung des baulichen Strahlenschutzes.
Weil die Bau-/Bestandsdokumentation vieler älterer Gebäude häufig unvollständig ist, kann der bauliche Strahlenschutz nicht immer auf einfache Weise ertüchtigt werden. Angaben über die verwendeten Baustoffe sowie den Aufbau von Wänden, Decken und Böden weichen teils erheblich von den realen Gegebenheiten ab. Hier ist zu klären, ob die vorhandene effektive Abschirmwirkung der Baukörper ausreichend ist und wie sich Strahlenschutz-Abschirmungen bspw. aus Blei aufgrund der Statikverhältnisse zu vertretbaren Kosten nachrüsten lassen.
Die Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Magdeburg A. ö. R plante, den Bereich der PET/CT-Diagnostik (Positronen-Emissions-Tomografie und Computer-Tomografie) im Erdgeschoss eines 30 Jahre alten Bestandsgebäudes zu errichten. TÜV SÜD Industrie Service wurde mit einem Gutachten zur Abschirmwirkung der Bestandswände und zur Berechnung des baulichen Strahlenschutzes hinsichtlich der Erfüllung der gesetzlichen Strahlenschutz-Anforderungen beauftragt.
Zielgerichtet und kosteneffizient nachrüsten
Für einzelne Wände und Decken des Bestandsbaus war nur die Wandstärke, nicht jedoch die für den Strahlenschutz relevante wirksame Abschirmwirkung bekannt. Aufgrund der Verwendung unterschiedlicher Baustoffe, zeigte ein Teil der Wände und Decken zudem erhebliche Inhomogenitäten im Aufbau. Besonders Wandstrukturen wie alte Schächte oder zugemauerte Durchbrüche wirken sich deutlich auf den zu erzielenden Strahlenschutz aus.
Die TÜV SÜD-Experten haben zunächst die Abschirmwirkung der vorhandenen Wände und Betondecken ermittelt. Dabei kamen zerstörungsfreie Prüfverfahren und Transmissionsmessungen mittels spezieller Prüfstrahler zum Einsatz. Um die Beschaffenheit der Bausubstanz aus Sicht des Strahlenschutzes zu bewerten, wurden eigens entwickelten Berechungsverfahren angewandt. Dadurch ließen sich die zusätzlich erforderlichen Nachrüstmaßnahmen exakter bestimmen und später über kosteneffiziente Baumaßnahmen zielgerichtet umsetzen. Gegenüber vollflächigen Standard-Lösungen konnte die Bleiabschirmung exakt auf die tatsächlichen Erfordernisse hin abgestimmt werden.
„Das hat nicht nur einen Großteil der Materialkosten eingespart, sondern auch sonst nötige unterstützende Baumaßnahmen für die Gebäudestatik. Zugleich haben wir einen qualitativ hochwertigen Strahlenschutz realisiert, der selbst den erhöhten Anforderungen der PET-Diagnostik genügt“, sagt Oliver Großer, Leitender Medizinphysiker an der Uniklinik Magdeburg.
Vorteile auf einen Blick: |
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